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Schaumparty im Tunnel

GdF-Preis für hervorragende interdisziplinäre Dissertationen an der RUB verliehen

Dr. Christoph Budach hat in seiner fachübergreifenden Dissertation "Untersuchung zum erweiterten Einsatz von Erddruckschilden in grobkörnigem Lockergestein" umfangreiche Versuche zu konditionierten Lockergesteinen mit unterschiedlichen Konditionierungsmitteln und Böden beim Bau von Tunneln durchgeführt. Er konnte zeigen, dass vor allem die Verarbeitbarkeit, die Kompressibilität und die Wasserdurchlässigkeit der Materialien für die Einsatzbereiche der Erddruckschilde von wesentlicher Bedeutung sind, so dass zukünftig Vortriebe mit Erddruckschilden in grobkörnigen Lockergesteinen deutlich effizienter realisiert werden können. Für seine herausragende, fachübergreifende Arbeit wurde der Ingenieurwissenschaftler am 29. Juni 2012 mit dem Preis der Gesellschaft der Freunde der Ruhr-Universität (GdF) für hervorragende interdisziplinäre Dissertationen ausgezeichnet. Der Preis ist mit 4.000 € dotiert und wird in diesem Jahr bereits zum dritten Mal verliehen. 

Über Schäume und Polymere

Zur Erweiterung der im Einsatzbereiche von im Tunnelbau sehr häufig eingesetzten Erddruckschilden auf gemischtkörnige Lockergesteine mit geringem Feinanteil sowie auf grobkörnige Böden hat sich in der Vergangenheit die Konditionierung des abgebauten Materials durch die Verwendung von Schäumen, Polymeren und Feinstoffsuspensionen als effektiv erwiesen. Die Nutzung von Konditionierungsmitteln und die Ermittlung der Einsatzgrenzen von Erddruckschilden erfolgten in der Vergangenheit größtenteils nur auf Basis empirischer Erfahrungen und nicht auf Grundlage systematischer, fachübergreifender Untersuchungen. An der Schnittstelle von Ingenieurwissenschaften, Maschinenbau und Chemie konnte Dr. Christoph Budach zeigen, wie der Einsatzbereich von Konditionierungsmitteln weiter verbessert und eine Schaumparty im Tunnel verhindert werden kann. Betreut wurde die Dissertation von  Prof. Dr. Markus Thewes (Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Lehrstuhl für Tunnelbau, Leitungsbau und Baubetrieb).

Blick über den Tellerrand

Der fachliche Blick über den Tellerrand ist das entscheidende Kriterium beim GdF-Preis für hervorragende interdisziplinäre Dissertationen, der in diesem Jahr zum dritten Mal verliehen wurde. Mit dem Preis wird die wissenschaftliche Arbeit von Nachwuchswissenschaftlern ausgezeichnet, deren Dissertation einen relevanten Beitrag zur fachübergreifenden Forschung leistet. Vier Doktorandinnen und Doktoranden der Ruhr-Universität Bochum präsentierten ihre hervorragenden fachübergreifenden Forschungsergebnisse einer interdisziplinären Jury. Nominiert für den Preis waren außerdem die Dissertationen von Dr. Kerstin Rosenow-Williams („Organizing Muslims  and Integrating Islam in Germany“), Dr. Andreas Losch („Jenseits der Konflikte. Eine konstruktiv-kritische Auseinandersetzung von Theologie und Naturwissenschaft“) und Dr. Stephan David Köster („Towards Mitochondria-Targeted Organometallic Peptide Bioconjugates: Synthesis, Biological Activity and Mode of Action“).

Weitere Informationen
Dr. Christoph Budach, Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Lehrstuhl für Tunnelbau, Leitungsbau und Baubetrieb
E-Mail: christoph.budach@rub.de

Dr. Ursula Justus, Ruhr-University Research SchoolTel. 0234/32-28070E-Mail: Ursula.justus@rub.de