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Kleine Teilchen mit leuchtender Zukunft - GdF-Preis für hervorragende interdisziplinäre Dissertationen an der RUB verliehen

Dr. Chantal Lorbeer hat in ihrer fachübergreifenden Dissertation "Light converting materials from ionic liquids" umfangreiche Versuche zu Leuchtstoffen für neuartige Energiesparlampen und LEDs durchgeführt. Sie konnte zeigen, dass sich mit sogenannten Ionischen Flüssigkeiten aus kleinsten Teilchen bestehende Leuchtstoffe herstellen lassen ohne dafür die sonst verwendete, gefährliche Flusssäure verwenden zu müssen. Dabei konnten Leuchtstoffe entwickelt werden, die besonders effizient sind und zukünftig quecksilberfreie Energiesparlampen möglich machen. Für ihre fachübergreifende Dissertation wurde Dr. Chantal Lorbeer der mit 4.000,- Euro dotierte GdF-Preis für hervorragende interdisziplinäre Dissertationen der RUB verliehen.

Über Leuchtstoffe und kleine Teilchen

20 % der elektrischen Energie weltweit wird durch Beleuchtung verbraucht. Deswegen ist die Forschung an Leuchtstoffen, die maßgeblich für die Effizienz von Leuchtmitteln, aber auch von Plasmabildschirmen oder Röntgenaufnahmen verantwortlich sind, von besonderer Bedeutung. Dr. Chantal Lorbeer hat in ihrer Dissertation die Nanotechnologie, also die Wissenschaft kleiner Teilchen, verwendet, um neue Eigenschaften dieser Materialien zu untersuchen. Ein Nanometer ist dabei ein Zehntausendstel eines menschlichen Haares. Die geringe Größe dieser Teilchen führt zu einer überdurchschnittlich großen Oberfläche verglichen zu ihrem Volumen und darüber hinaus werden spezielle quantenmechanische Effekte beobachtet. Die Nutzung der Nanotechnologie ist für Leuchtstoffe nur sehr wenig untersucht, wohingegen sie in anderen Bereichen weit fortgeschritten ist und zum Beispiel schon zu neuen Krebstherapeutika geführt hat. An der Schnittstelle von Chemie, Physik und den Ingenieurswissenschaften konnte Dr. Chantal Lorbeer zeigen, welche Auswirkungen kleine Teilchen in Leuchtstoffen haben und welches Potential für quecksilberfreie Energiesparlampen und moderne LEDs besteht. Betreut wurde die Dissertation von Prof. Dr. Anja-Verena Mudring (Fakultät für Chemie und Biochemie, Lehrstuhl für Anorganische Chemie III).

Forschung vernetzen

Forschung, die benachbarte Forschungsbereiche einbezieht oder beeinflusst, ist neben der hervorragenden Qualifikation der Bewerber und ihrer hervorragenden Forschungsleistung das entscheidende Kriterium zur Vergabe des GdF-Preises für hervorragende interdisziplinäre Dissertationen. Der Preis wird von der Gesellschaft der Freunde der RUB in diesem Jahr zum vierten Mal verliehen. Mit dem Preis wird die wissenschaftliche Arbeit von Nachwuchswissenschaftlern ausgezeichnet, deren Dissertation einen relevanten Beitrag zur fachübergreifenden Forschung leistet. Von den durch die Fakultäten der RUB eingereichten Dissertationen wurden vier Doktorandinnen und Doktoranden eingeladen, ihre hervorragenden fachübergreifenden Forschungsergebnisse einer interdisziplinären Jury zu präsentieren. Zu dem Auswahlkolloquium für die Preisvergabe waren außerdem die Dissertationen von Dr. Darya Kastsian ("Robust Optimization of Discrete Time Systems and Periodic Operation with Guaranteed Stability", Fakultät für Maschinenbau) , Dr. Simone Heinemann ("Ethik der Finanzmarktrisiken am Beispiel des Finanzderivatehandels", Fakultät für Philosophie und Erziehungswissenschaft) und Dr. Eva von Contzen ("Of Sinners and Saints: Towards a Pragma-Narrotological Approach to the ‘Scottish Legendary’", Fakultät für Philologie) eingeladen.

Weitere Informationen
Dr. Chantal Lorbeer, Fakultät für Chemie und Biochemie, Lehrstuhl für Anorganische Chemie III, E-Mail: chantal.lorbeer@rub.de

Dr. Ursula Justus, RUB Research School, Email: ursula.justus@rub.de