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Bakterien, bakterielle Makromoleküle und technische Plasmen - GdF-Preis 2014 für hervorragende interdisziplinäre Dissertationen an der RUB verliehen

Dr. Jan-Wilm Lackmann hat in seiner fachübergreifenden Dissertation "Analysis of the damaging effects of cold technical plasmas on bacterial cells and bacterial macromolecules" den Einfluss von kalten technischen Plasmen auf bakterielle Zellen und Makromoleküle untersucht. Er hat seine Dissertation in der Fakultät für Biologie und Biotechnologie der RUB eingereicht und forscht jetzt als Postdoktorand am Lehrstuhl für Allgemeine Elektrotechnik und Plasmatechnik der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik. Für seine fachübergreifende Forschungsleistung wurde Dr. Jan-Wilm Lackmann der mit 4.000,- Euro dotierte GdF-Preis für hervorragende interdisziplinäre Dissertationen der RUB verliehen.

Schädigung von Bakterien und bakteriellen Makromolekülen durch technische Plasmen

Kalte technische Plasmen sind teilweise ionisiertes Gas und werden für ihre potentielle Anwendung in der Medizin untersucht. Krebszellen und Krankheitserreger werden durch eine Plasma-Behandlung effektiv abgetötet, gesunde Zellen des Patienten sind hingegen nur wenig betroffen. Sowohl vegetative bakterielle Zellen, als auch in vitro Modelle von Proteinen und DNA wurden mit drei Plasma-Quellen behandelt und auf molekulare Veränderungen mit Hilfe unterschiedlicher molekularbiologischer Methoden untersucht. Der Mechanismus zur Inaktivierung von Bakterien scheint auf der parallelen Schädigung vieler essentieller Makromoleküle der bakteriellen Zelle zu beruhen. In dieser Arbeit konnte gezeigt werden, dass DNA, Proteine und die Zellhülle durch technische Plasmen auf unterschiedliche Arten geschädigt werden. Weiterhin wurden die Wirkungen der drei Plasma-Quellen auf die Modellsysteme verglichen und Gemeinsamkeiten sowie Unterscheide der einzelnen Plasmabehandlungen diskutiert.

Betreut wurde die Dissertation von Prof. Dr. Julia Bandow (Fakultät für Biologie und Biotechnologie, AG Angewandte Mikrobiologie).

Forschung vernetzen

Zur Vergabe des GdF-Preises 2014 waren fünf NachwuchswissenchaftlerInnen aus fünf Fakultäten der RUB eingeladen, ihre hervorragenden fachübergreifenden Forschungsergebnisse in einem Auswahlkolloquium einer interdisziplinären Jury vorzustellen. Zu dem Auswahlkolloquium waren außerdem eingeladen Dr. Till Rudack („Der Computer als Mikroskop. Entschlüsselung der enzymatischen Katalyse von kleinen GTPasen durch quantenmechanische und molekularmechanische Simulationen von zeitaufgelösten FTIR-Spektren“, Fakultät für Physik und Astronomie), Dr. Jens Hauser („Biotechnologie als Medialität. Strategien organischer Medienkunst“, Fakultät für Philologie), Dr. Christian Dudel („Vorausberechnung von Verwandtschaft. Nichtparametrisch-stochastische Vorausberechnung linearer Verwandtschaft“, Fakultät für Sozialwissenschaft) und Dr. Eva-Maria Roelevink („Organisierte Intransparenz. Das Kohlesyndikat und der niederländische Markt 1915-1932“, Fakultät für Geschichtswissenschaft).

Forschung, die benachbarte Forschungsbereiche einbezieht oder beeinflusst, ist neben der hervorragenden Qualifikation der Bewerber und ihrer hervorragenden Forschungsleistung das entscheidende Kriterium zur Vergabe des GdF-Preises für interdisziplinäre Dissertationen. Der Preis wurde 2014 von der Gesellschaft der Freunde der RUB zum fünften Mal verliehen. Mit dem Preis wird die wissenschaftliche Arbeit von Nachwuchswissenschaftlern ausgezeichnet, deren Dissertation einen relevanten Beitrag zur fachübergreifenden Forschung leistet.

Weitere Informationen
Dr. Jan-Wilm Lackmann, Lehrstuhl für Allgemeine Elektrotechnik und Plasmatechnik, Fakultät für Elektro- und Informationstechnik, E-Mail: lackmann@aept.ruhr-uni-bochum.de

Dr. Ursula Justus, RUB Research School, Email: ursula.justus@rub.de