Wie kommt das „Wir“ in die „Wirtschaft“? Heute durch die gläserne Drehtür, die den Eingang der bp-Zentrale in Bochum-Mitte markiert. Hier findet der diesjährige Site Visit statt, Research Schools Karriereformat, das Promovierenden aller Fächergruppen Türen in Wirtschaft und Industrie öffnet. Robin Göllner, Manager System Process Excellence Europe bei bp, und Dr. Sarah Gemicioglu von der Research School heißen 18 RUB-Promovierende willkommen, um ihnen bp als Arbeitgeber vorzustellen und mit Kolleg*innen aus der Personalabteilung Einstiegsperspektiven aufzuzeigen. Göllners Credo: „Das ist Euer Tag, und der soll Spaß machen!“
Zu Beginn gibt’s einen Rundgang: Großraumbüros mit Kaffeebars, schalldichte Telefon-Boxen, Sitzecken mit Coffeetables, Konferenzräume. „Feste Arbeitsplätze gibt es hier nicht, hier muss sich jeder einen Tisch buchen. Das gilt für alle Ebenen des Unternehmens“, sagt Robin Göllner, der durch den Site Visit führt. Zwischen 500 und 600 Menschen arbeiten im Bürohaus an der Wittener Straße, das die Aral AG, den Verwaltungssitz der bp in Deutschland sowie eines von weltweit drei Forschungszentren für Kraftstoffe beherbergt.
Dann finden sich alle bei Getränken und Keksen im Konferenzraum ein. Robin Göllner gibt einen kurzen Überblick zu den Geschäftsfeldern und Produkten von bp, hauptsächlich Öl, Gas, Kerosin, in Deutschland und global. Viele der Promovierenden, die heute zu Gast sind, haben einen fachlichen Hintergrund in der Chemie. Großes Interesse zeigen sie am politischen Diskurs: Wie wirken sich die Ereignisse an der Straße von Hormus und der Krieg in der Ukraine aufs Geschäft aus, was steckt hinter dem Verkauf der Raffinerie in Gelsenkirchen-Scholven, wie nachhaltig ist es, auf fossile Energien zu setzen? Im anschließenden Austausch geht Göllner auf Fragen ein, diskutiert mit den RUB-Wissenschaftler*innen.
Beim Thema Einstieg bei bp betont er die Kompetenzen Promovierter: „Die Arbeit bei bp ist derzeit stark im Wandel. Wir brauchen Menschen, die rein- und rauszoomen können, das ist unfassbar wertvoll. Leute, die verstehen, dass es komplexe und vielseitig abhängige Probleme gibt, die ein Thema begreifen, verstehen, dokumentieren und greifbar machen für Menschen, die nicht so tief im Detail stecken. Genau dieses Mindset und Problemlösungsverhalten, das wir brauchen, habt ihr in eurer Promotionszeit schon zahlreiche Male erlebt. Das ist eine super Eintrittskarte.“ Da sei die Fachrichtung, in der man promoviert habe, erst einmal irrelevant. bp arbeite kompetenz- und fähigkeitsgetrieben und suche Leute mit „can do Mindset“ aus allen Bereichen: „Es gibt diverse Karrierewege bei bp. Der Konzern setzt euch schnell dahin, wo eure Stärke liegt. Bewerbt euch! Wo man dann letztlich arbeitet, ändert sich schnell“, so Göllner.
Im zweiten Teil des SiteVisit gewähren Katharina Gödecker und Michael Boxbücher, beide aus der Personalabteilung, unmittelbare Einblicke in die Bewerbungsprozesse bei bp. Im Dialog mit den potenziellen Bewerber*innen fragen sie, wer welche Erfahrungen mit Bewerbungsverfahren gemacht hat, ob sich die Promovierenden sicher fühlten, wenn es im Bewerbungsgespräch um ihre Person und nicht um ihre Skills gehe. Sie geben Tipps, wie man mit der gern gestellten Frage nach den eigenen Schwächen umgeht, was gute Bewerbungsunterlagen ausmacht und diskutieren die Relevanz sowie Vor- und Nachteile der Sichtbarkeit in sozialen Netzwerken.
Dann wird es promotionsspezifisch: Zählen Promotionsjahre als Berufserfahrung? Wie relevant sind Abschlussnoten? Welche Rolle spielen fachliche Fragen in den Interviews? „Spezielle Programme für Doktorand*innen hat bp nicht“, gibt Katharina Gödecker Auskunft, „bewerbt euch gerne auf die ausgeschriebenen Stellen oder initiativ. Auch, wenn nicht alle Punkte der Stellenbeschreibung auf euch zutreffen! Habt den Mut, etwas rauszuschicken, wenn ihr Bock auf die Stelle habt.“ Michael Boxbücher ergänzt: „Bewerbungsverfahren sind tolle Gelegenheiten, auch wenn ihr den Job nicht bekommt. Ihr lernt Menschen und Unternehmen kennen und, noch wichtiger, ihr findet heraus, was ihr wollt. Kommt dann die absolute Traumstelle, hatte man idealerweise schon 2-3 Übungsgespräche bei anderen Unternehmen. Die Situation wird natürlicher und man weiß, welche Punkte seiner Karriere man wie herausstellen kann.“ Zum Abschluss wurde den RUB-Wissenschaftler*innen angeboten, die Personalexpert*innen per Mail zu kontaktieren, um Feedback zu ihren Bewerbungsunterlagen zu erhalten, und sich bei LinkedIn zu vernetzen, um in Kontakt zu bleiben.
Mehr Informationen rund um unser Karriereformat Site Visit finden Sie hier.
Text & Fotos: Raphaela Schade