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Fabian Prystav, M.A.
Fakultät für Wirtschaftswissenschaft
Betreuer: Prof. Dr. Paul,
Lehrstuhl für Finanzierung und Kreditwirtschaft
Gebäude GC 04/132
Universitätsstr. 150
44801 Bochum
Fon +49 (0)172 2191549
fabian.prystav@rub.de
HINTERGRUND
Nach seinem B. Sc. in Medienmanagement und M. A. in Unternehmensführung an der BiTS Business and Information Technology School, Iserlohn, kam Fabian Prystav 2011 an die Ruhr-Universität Bochum, wo er als Stipendiat des Evonik Mikrokollegs „Reconsidering Industry“ seine Promotion am Lehrstuhl für Finanzierung und Kreditwirtschaft von Prof. Dr. Paul begann. Praxiserfahrung konnte er u. a. bei seinen Praktika im Bereich Corporate Strategy bei Deloitte Consulting und im Produktionsmanagement bei RTL Television sammeln. Während des Studiums verbrachte Fabian Prystav Auslandsaufenthalte an der University of Cape Town, Südafrika, und der Universidad Europea de Madrid, Spanien. In Montréal, Kanada, trat er als Team-Captain und später Coach mit Studententeams bei der weltweit renommiertesten MBA Case Study Competition der John Molson School of Business an. Außerhalb der Universität findet man ihn an der Kletterwand oder beim Ultimate Frisbee.
FORSCHUNGSVORHABEN
Unter dem Titel „Banking and the Real Economy – Determinants of a Relationship Under Stress“ erforscht Fabian Prystav den Aufbau, die Ausgestaltung und die Bedeutung von Finanzbeziehungen zwischen verschiedenen Akteuren wie Unternehmen, Banken, Aufsehern und Kunden.
Im ersten Teilprojekt liegt der Fokus auf der Finanzkommunikation nicht börsennotierter Unternehmen. Unter Einsatz der Critical Incident Technique wird die Finanzkommunikation von 30 nicht börsennotierten, in diesem Bereich als Best Practice identifizierten Unternehmen auf strategischer und operativer Ebene analysiert. Das Fundament bilden die Theoriebausteine Stakeholder Approach, Ressourcen- und Informationsökonomie sowie Relationship Marketing. Empirisch bestätigt sich die zentrale Annahme der Theorie, dass der Aufbau von Vertrauen der Schlüsselfaktor in Finanzbeziehungen ist, der diese auch in Krisenzeiten belastbar macht. Es wird dargelegt, aus welchen unterschiedlichen Quellen sich dieses Vertrauen speist und dass es Entscheidungen ermöglicht, die mit einem unbekannten Beziehungspartner nicht vertretbar erscheinen.
Das zweite Teilprojekt widmet sich der hoheitlichen Geschäftsbeziehung zwischen Kreditinstituten und Bankenaufsicht. Der Zugang zu bankinternen Informationen kann von den Aufsehern erzwungen werden, die Effizienz bei der Überwindung von Informationsasymmetrien – und damit der Beitrag zum übergeordneten Ziel des Systemschutzes – hängen jedoch maßgeblich von der Interaktionsqualität in der Geschäftsbeziehung ab. Ziel des Forschungsprojekts ist die Analyse des Austausches zwischen Banken und Aufsicht und die Ableitung von Verbesserungspotenzialen. Mit Hilfe der Critical Incident Technique werden qualitative Tiefeninterviews mit Vorständen von genossenschaftlichen Banken und Sparkassen in Deutschland ausgewertet und ihre Aussagen mit den Ergebnissen aus Workshops mit Vertretern von Bundesbank und BaFin gespiegelt. Es zeigt sich, dass es für effiziente Aufsichtskommunikation Zeit, guter Vorbereitung und einer proaktiven Grundhaltung bedarf. Klare gegenseitige Erwartungen sind die Basis vertrauensvoller Interaktion.
Im Zuge des dritten Teilprojekts werden die Geschäftsbeziehungen alter und neuer Marktteilnehmer in der Finanzbranche untereinander sowie zu ihren Kunden untersucht. Damit schließt sich inhaltlich der Kreis des Gesamtprojekts. „Klassische“ Banken sehen sich Veränderungen in den gesamtwirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ausgesetzt, die ihre Geschäftstätigkeit nachhaltig beeinflussen und neuen Wettbewerbern mit innovativen Geschäftsmodellen den Markteintritt ermöglichen: Zahlungsverkehr wird per PayPal statt Banküberweisung abgewickelt, Kredite werden über Plattformen zum Peer-to-Peer-Lending wie Auxmoney aufgenommen und Start-Ups sammeln Wagniskapital beim Crowdinvesting via Seedmatch. Ziel des Forschungsprojekts ist die Analyse von Geschäftsmodellen neuer Finanzdienstleister, die Identifizierung der generierten Mehrwerte aus Kundensicht und die Ableitung von Implikationen für die „alten“ Banken.
VORTRÄGE
- Prystav, F. (2013): Management von Finanzbeziehungen. Tagung Perspektiven auf Industrie in Deutschland, Bochum.
PUBLIKATIONEN
- Paul, S./Prystav, F./Stein, S. (2015): Interaktion bei der qualitativen Bankenaufsicht – Wahrnehmungen der Banken und der Aufseher. Credit and Capital Markets – Kredit und Kapital.
- Prystav, F./Paul, S./Stein, S. (2014): perspektiven. wissen und handeln, 13.
- Muzzu, A./Prystav, F./Stein, S. (2013): Rechtliche Anforderungen an die Publizität von Finanzinformationen – Versetzt die normierte Informationsqualität überhaupt zu externer Kontrolle in die Lage?. Deutsches Steuerrecht, 51, 1300-1307.
- Paul, S./Prystav, F./Stein, S. (2011): Eine Analyse zentraler Aspekte der Finanzkommunikation nicht börsennotierter Unternehmen mit Hilfe der Critical Incident Technique. Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung, 63, 745-771.